TYPO3 CMS für Öffentlichen Sektor Websites: Anforderungen & Best Practices

Websites des öffentlichen Sektors in Deutschland unterliegen strengen rechtlichen und organisatorischen Anforderungen. Barrierefreiheit, Datenschutz, Dokumentation und langfristige Verfügbarkeit sind verpflichtend, nicht optional, und werden durch Gesetze, Verordnungen und Vergaberegeln durchgesetzt.

TYPO3 CMS für Öffentlichen Sektor Websites: Anforderungen & Best Practices

Gleichzeitig wird von Institutionen erwartet, digitale Services auszubauen und wachsende Inhaltsmengen über mehrere Abteilungen hinweg zu verwalten. Viele CMS-Plattformen stoßen hier an ihre Grenzen, weil sie Geschwindigkeit oder Einfachheit priorisieren und dabei Governance, Stabilität und Wartbarkeit vernachlässigen.

Die Wahl eines CMS ist daher eine strukturelle Entscheidung, die Compliance, Risiken und operativen Aufwand über Jahre hinweg beeinflusst. TYPO3 wird in diesem Kontext häufig evaluiert, da es speziell für regulierte Umgebungen und lange Projektlaufzeiten konzipiert wurde.

In diesem Blog erläutern wir, wie TYPO3 CMS die Anforderungen des öffentlichen Sektors in Deutschland erfüllt und wann es die richtige Wahl ist.

Umfang und Zielgruppe dieses Leitfadens

Dieser Abschnitt erläutert, für wen dieser Leitfaden gedacht ist und für wen nicht, damit Leser schnell einschätzen können, ob die Inhalte zu ihren Aufgaben und ihrem Projektkontext passen.

Für wen dieser Leitfaden geschrieben wurde

Die Zielgruppe dieses Leitfadens sind Organisationen und Teams, die in regulierten, langfristigen digitalen Umgebungen arbeiten.

Zum Beispiel ist der Leitfaden relevant für:

  • Öffentliche Institutionen und Behörden im DACH-Raum und in Deutschland
  • IT-Leads, CTOs und digitale Entscheidungsträger, die für die CMS-Auswahl verantwortlich sind
  • Stakeholder aus Beschaffung, Compliance, Barrierefreiheit und Datenschutz
  • Agenturen, die an der Planung, Umsetzung oder Wartung von TYPO3 Projekten für den öffentlichen Sektor beteiligt sind

Der Fokus liegt auf Lesern, die vorhersehbare Systeme, klare Verantwortlichkeiten und langfristige Wartbarkeit benötigen, statt kurzfristiger Erfolge.

Für wen dieser Leitfaden nicht geschrieben wurde

Nicht jede Art von Webprojekt profitiert von diesem Leitfaden.

Er ist nicht geeignet für:

  • Websites oder Microsites für kurzfristige Kampagnen
  • Organisationen ohne definierte Wartungs- oder Governance-Strukturen
  • Teams, die eine schnelle Umsetzung mit minimalem Prozessaufwand suchen
  • Projekte, bei denen rechtliche Compliance, Dokumentation und Audits keine Rolle spielen

Wenn Geschwindigkeit und Einfachheit die einzigen Prioritäten sind, ist TYPO3 in der Regel nicht das richtige Werkzeug, und dieser Leitfaden versucht nicht, es dazu zu machen.

TYPO3 im öffentlichen Sektor: Wichtigsten Fakten auf einen Blick

Für öffentliche Institutionen basieren CMS-Entscheidungen selten allein auf Funktionen. Rechtssicherheit, operative Kontrolle und langfristige Tragfähigkeit sind wichtiger als Geschwindigkeit oder Komfort. Die folgende Übersicht fasst zusammen, wie TYPO3 mit typischen Anforderungen des öffentlichen Sektors in Deutschland übereinstimmt.

  • Barrierefreiheit: TYPO3 unterstützt Barrierefreiheit gemäß BITV 2.0 und WCAG 2.1 Level AA, wenn barrierefreie Templates, strukturierte Inhaltsmodelle und dokumentierte Audits eingesetzt werden. Das CMS stellt die technische Grundlage bereit, während die tatsächliche Compliance von Umsetzung und Governance abhängt.
  • Hosting und Infrastruktur: TYPO3 ist ein selbst gehostetes CMS. Dies ermöglicht den Betrieb auf interner Infrastruktur oder in zertifizierten deutschen und EU-Rechenzentren, im Einklang mit IT und Sicherheitsrichtlinien des öffentlichen Sektors.
  • Datenschutz: TYPO3 ermöglicht einen DSGVO-konformen Betrieb durch vollständige Kontrolle über Datenverarbeitung, Speicherung und Drittanbieter-Integrationen. Rechtliche Compliance wird durch Konfiguration, Hosting-Entscheidungen und organisatorische Prozesse erreicht, nicht durch das CMS allein.
  • Support und Lebenszyklusplanung: TYPO3 folgt planbaren Long Term Support (LTS) Zyklen. Dadurch lassen sich Wartung, Upgrades und Budgets über mehrere Jahre hinweg planen, was für Plattformen des öffentlichen Sektors essenziell ist.
  • Typische Nutzer: TYPO3 wird häufig von Behörden, Kommunen, Universitäten, Körperschaften des öffentlichen Rechts und anderen Organisationen eingesetzt, die in regulierten und auditgetriebenen Umgebungen arbeiten.

Anforderungen an Websites des öffentlichen Sektors in Deutschland

Websites des öffentlichen Sektors in Deutschland unterliegen einer Kombination aus rechtlichen Verpflichtungen und operativen Rahmenbedingungen. Diese Anforderungen bestimmen nicht nur den Aufbau von Websites, sondern auch deren langfristige Wartung und Auditierbarkeit.

Rechtliche und regulatorische Anforderungen an TYPO3 sites im öffentlichen Sektor

Digitale Services im öffentlichen Bereich müssen mehrere weiterhin gültige Normen einhalten.

Die wichtigsten sind:

  • DSGVO für Datenschutz, Einwilligungen und Zweckbindung der Datenverarbeitung
  • BITV 2.0 und WCAG 2.1 Level AA für die Barrierefreiheit von Technologie
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeitsanforderungen aus Vergabe und Dokumentationsvorschriften

Compliance ist keine bloße Erklärung seitens der Organisation. Webseiten müssen ein dokumentierbares Compliance-Niveau dauerhaft einhalten und dieses bei Audits und Prüfungen belastbar verteidigen können.

Organisatorische und operative Einschränkungen bei TYPO3 Projekten im öffentlichen Sektor

Projekte im öffentlichen Sektor sind nicht nur durch rechtliche Vorgaben eingeschränkt, sondern auch durch organisatorische Strukturen.

Diese Einschränkungen zeigen sich vor allem durch:

  • Lange Genehmigungs und Entscheidungsprozesse
  • Beteiligung vieler Akteure aus unterschiedlichen Abteilungen
  • Sehr begrenzten Spielraum für schnelle Redesigns oder häufige Änderungen

CMS-Plattformen müssen daher ein Umfeld bieten, in dem Rollen klar definiert sind, Workflows kontrolliert ablaufen und langfristige Stabilität gewährleistet ist.

Ist dies nicht der Fall, entstehen häufig informelle Prozesse oder schlecht implementierte Änderungen, die in diesem Umfeld erhebliche operative Risiken verursachen.

Warum TYPO3 häufig für Projekte im öffentlichen Sektor gewählt wird

TYPO3 wird häufig für Projekte im öffentlichen Sektor gewählt, weil es auf Umgebungen ausgerichtet ist, in denen Governance, Stabilität und Compliance zwingend erforderlich sind. Seine Architektur unterstützt den langfristigen Betrieb und klar definierte Verantwortlichkeiten in komplexen Organisationen.

Governance und Rechteverwaltung in TYPO3 Setups des öffentlichen Sektors

Behördliche Websites und Portale haben in der Regel viele Beteiligte mit klar abgegrenzten Rollen. TYPO3 adressiert dieses Thema systematisch.

Die wichtigsten Punkte sind:

  • Fein granuliertes Rollen und Rechtemanagement
  • Klare Trennung zwischen Autoren, Prüfern und Administratoren
  • Kontrollierte Freigabe und Veröffentlichungs Workflows

Die professionelle Anwendung dieser Mechanismen reduziert Fehlerquellen und erhöht die Nachvollziehbarkeit bei Audits.

Stabilität und Langzeitunterstützung für TYPO3 Plattformen im öffentlichen Sektor

Öffentliche Verwaltungen benötigen Systeme, die über viele Jahre hinweg stabil betrieben werden können. TYPO3 bietet einen sehr planbaren und verlässlichen Release und Support-Zyklus.

Damit werden folgende Szenarien unterstützt:

  • Geplante Upgrades statt Notfall-Migrationen
  • Langfristige Budget und Ressourcenplanung
  • Reduziertes Risiko durch grundlegende Änderungen

Stabilität ist eine Grundvoraussetzung, kein nachträglicher Gedanke.

Self-Hosted-Architektur und Datenkontrolle in TYPO3 Umgebungen des öffentlichen Sektors

TYPO3 ist standardmäßig ein selbst gehostetes Content-Management-System. Das bedeutet, dass Institutionen die Kontrolle über Datenverarbeitung und Infrastruktur behalten.

Dadurch werden folgende Aspekte ermöglicht:

  • DSGVO-Compliance und Datensouveränität: Keine Konflikte mit behördlichen Vorgaben zur Datenverarbeitung, vollständige Kontrolle über die Daten
  • Einhaltung interner IT und Sicherheitsrichtlinien
  • Betrieb in staatlichen oder zertifizierten Rechenzentren

Die Datenhoheit liegt stets bei der Organisation und nicht beim Plattformanbieter.

TYPO3 v13: Technische Grundlage für öffentliche Einrichtungen

TYPO3 v13 baut auf der governance-orientierten Architektur der Plattform auf und verbessert gleichzeitig Usability, Performance und Integrationsfähigkeit. Für öffentliche Institutionen erhöhen diese Änderungen die Betriebssicherheit, ohne Kontrolle oder Compliance zu beeinträchtigen.

Backend Benutzerfreundlichkeit und redaktionelle Sicherheit in TYPO3 Workflows des öffentlichen Sektors

Redaktionelle Teams in öffentlichen Institutionen bestehen meist aus Nutzern mit sehr unterschiedlichen technischen Kenntnissen. TYPO3 v13 verbessert die Übersichtlichkeit des Backends, um Fehler zu minimieren und eine einheitliche Inhaltsbearbeitung zu erleichtern.

Die wichtigsten Verbesserungen sind:

  • Klarere Backend-Navigation und Inhaltsstrukturen
  • Schnellere Reaktionszeiten bei redaktionellen Aktionen
  • Geringeres Risiko unbeabsichtigter Änderungen an Live-Inhalten

Diese Verbesserungen unterstützen den Arbeitsalltag, ohne Governance-Strukturen zu schwächen.

API und Integrationsmöglichkeiten in TYPO3 Systemlandschaften des öffentlichen Sektors

Websites des öffentlichen Sektors stehen selten isoliert. TYPO3 v13 bietet moderne APIs, die die Integration mit bestehenden, kontrollierten Systemen ermöglichen.

Typische Integrationsszenarien sind:

  • Anbindung interner Datenbanken oder Register
  • Integration von Such, Dokumentenmanagement oder Identitätssystemen
  • Sicherer Datenaustausch mit Drittanbieterdiensten

Jede Integration folgt dem Rechte und Sicherheitsmodell von TYPO3.

Langfristige Wartbarkeit von TYPO3 Installationen im öffentlichen Sektor

Langfristige Betriebsfähigkeit ist eine grundlegende Anforderung für Projekte im öffentlichen Sektor. TYPO3 v13 legt einen starken Fokus auf Wartbarkeit.

Dadurch gilt:

  • Die Extension-Architektur ist klarer
  • Es gibt definierte Upgrade-Pfade zwischen Versionen
  • Technische Schulden werden durch Standard APIs reduziert

Wartbarkeit wird als langfristige Verantwortung verstanden, nicht als nachträgliche Aufgabe.

Wie TYPO3 in realen Projekten des öffentlichen Sektors eingesetzt wird

In Umgebungen des öffentlichen Sektors wird TYPO3 in der Regel als langfristige Plattform eingesetzt, nicht als kurzfristige Website Lösung. Reale Projekte zeigen konsistente Muster in der Nutzung des Systems und dort, wo es den größten Mehrwert liefert.

Typische TYPO3 Anwendungsfälle im öffentlichen Sektor

TYPO3 ist eine der bevorzugten Lösungen im Bereich Web Publishing, wenn Inhalte strukturiert sein müssen, um von vielen Personen gemeinsam gepflegt zu werden.

Typische Einsatzfälle sind:

  • Websites von lokalen und regionalen Behörden
  • Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen
  • Multi-Site-Portale für Ministerien oder Agenturen

Diese Projekte erfordern meist die Zusammenarbeit mehrerer Redakteure und haben eine lange Laufzeit.

Was sich in der TYPO3 Praxis des öffentlichen Sektors bewährt

Wenn TYPO3 Projekte sauber geplant sind, zeigen sich die Stärken des Systems schnell im täglichen Betrieb.

Die Praxis zeigt, dass Teams profitieren von:

  • Reduzierter redaktioneller Verwirrung durch klare Inhaltsmodelle
  • Einer Kombination aus zentraler Governance und lokaler redaktioneller Autonomie
  • Stabilem Betrieb über viele Jahre und Versionen hinweg

Diese Stärken sorgen für vorhersehbare Workflows und gleichbleibende Qualität.

Häufige Herausforderungen in TYPO3 Projekten des öffentlichen Sektors

Projekte spiegeln die Realität wider und bringen immer wieder ähnliche Probleme ans Licht.

Zu den häufigsten Herausforderungen zählen:

  • Übermäßige Individualisierung mit steigenden Wartungskosten
  • Fehlende oder veraltete Dokumentation
  • Aufgeschobene Upgrade Planung bis zum kritischen Punkt

Die meisten dieser Probleme sind organisatorischer Natur und lassen sich durch saubere Planung vermeiden.

Barrierefreiheit und Compliance in TYPO3 Projekten des öffentlichen Sektors

Für Websites des öffentlichen Sektors in Deutschland sind Barrierefreiheit und Compliance keine optionalen Qualitätsmerkmale. In TYPO3 Projekten des öffentlichen Sektors sind sie rechtliche Verpflichtungen, die Design, Umsetzung und Betrieb dauerhaft prägen.

Barrierefreiheit durch Design in TYPO3 Websites des öffentlichen Sektors

Die Anforderungen an Barrierefreiheit werden in TYPO3 durch den strukturierten Content-Ansatz und das Templating-System unterstützt. Dadurch ist eine barrierefreie Ausgabe möglich, die den Standards der BITV 2.0 und WCAG 2.1 Level AA entspricht.

Typische Aspekte sind:

  • Inhalte mit einer Struktur, die eine korrekte Überschriftenhierarchie unterstützt
  • Kontrolle über semantisches HTML und ARIA Nutzung auf Template-Ebene
  • Unterstützung bei der Prüfung der Barrierefreiheit während der Inhaltserstellung

Barrierefreiheit ist Teil der Systemarchitektur und wird nicht erst nachträglich ergänzt.

Was TYPO3 im öffentlichen Sektor nicht automatisch löst

TYPO3 stellt keine automatische rechtliche Compliance sicher. In Projekten des öffentlichen Sektors bleibt Barrierefreiheit eine gemeinsame Verantwortung.

TYPO3 übernimmt nicht automatisch:

  • Die Validierung redaktioneller Entscheidungen oder inhaltlicher Korrektheit
  • Die Durchführung manueller Barrierefreiheits Audits
  • Rechtliche oder organisatorische Verantwortung

Öffentliche Institutionen bleiben für Nicht Compliance und Dokumentation haftbar.

Audits, Monitoring und Dokumentation in TYPO3 Projekten des öffentlichen Sektors

In Deutschland muss die Einhaltung der Barrierefreiheit nachgewiesen werden. Strukturierte Audits und klare Dokumentation sind daher zentrale Anforderungen in TYPO3-Projekten des öffentlichen Sektors.

Praktisch bedeutet das:

  • Regelmäßige automatisierte und manuelle Tests der Barrierefreiheit
  • Dokumentation der Behebung identifizierter Probleme
  • Bereitstellung und Pflege von Barrierefreiheitserklärungen und Feedback-Kanälen

TYPO3 unterstützt diese Prozesse technisch, die langfristige Compliance hängt jedoch von klar definierten Rollen und Workflows ab.

Risiken, Einschränkungen und was man in TYPO3 Projekten des öffentlichen Sektors vermeiden sollte

TYPO3 ist gut für den Einsatz im öffentlichen Sektor geeignet, jedoch nicht risikofrei. Die meisten Probleme entstehen nicht durch das CMS selbst, sondern durch Planung, Erweiterung und Governance über die Zeit.

Zusammenfassung der Best Practices für TYPO3-Projekte im öffentlichen Sektor

TYPO3-Projekte im öffentlichen Sektor sind erfolgreich, wenn technische, redaktionelle und organisatorische Praktiken aufeinander abgestimmt sind. Die folgenden Best Practices basieren auf langjährig betriebenen Installationen, nicht auf kurzfristigen Umsetzungsprojekten.

Technische und Coding-Best Practices (mit Beispielen)

TYPO3-Core-APIs gegenüber individueller Logik bevorzugen

Das Umgehen interner TYPO3 Mechanismen sollte vermieden werden. Dies sichert Upgrade-Fähigkeit und vorhersehbares Verhalten.

use TYPO3\CMS\Core\Utility\GeneralUtility;
$connection =
GeneralUtility::makeInstance(ConnectionPool::class)
   ->getConnectionForTable('pages');

Saubere Dependency Injection statt makeInstance() im modernen Code verwenden

final class PageService
{
   public function __construct(
       private readonly PageRepository $pageRepository
   ) {}
}

Dies verbessert Testbarkeit und langfristige Wartbarkeit.

Plugins und Content-Elemente über TCA Overrides registrieren

ExtensionUtility::registerPlugin(
   'My_extension',
   'PublicContent',
   'Public Sector Content'
);

Laufzeitkonfigurationen oder undokumentierte Overrides vermeiden.

Upgrades entlang der TYPO3-LTS-Zyklen planen

  • Keine Custom-Patches gegen den TYPO3 Core
  • Keine feste Kopplung an veraltete APIs
  • Changelog-Reviews sind Teil jedes Upgrades

Dies verhindert erzwungene Migrationen während Audits oder Sicherheitsfristen.

Redaktionelle und barrierefreie Best Practices (mit Beispielen)

Semantische Struktur über Templates erzwingen, nicht über Redakteursfreiheit

<h2>{content.title}</h2>
<p>{content.description}</p>

Redakteure sollten Überschriftenebenen nicht manuell festlegen.

Alternativtexte für Medien verpflichtend machen

'config' => [
   'type' => 'file',
   'appearance' => [
       'showPossibleLocalizationRecords' => true,
   ],
   'overrideChildTca' => [
       'columns' => [
           'alternative' => [
               'config' => ['eval' => 'required']
           ],
       ],
   ],
]

Durchsetzung von Barrierefreiheit gehört in die Konfiguration, nicht in Schulungsunterlagen.

Redaktionelle Berechtigungen klar begrenzen

  • Redakteure: Inhalte
  • Prüfer: Freigabe
  • Admins: Konfiguration

„Jeder darf veröffentlichen“-Setups im öffentlichen Sektor vermeiden.

Best Practices für Governance und Betrieb

Verantwortlichkeiten dokumentieren, nicht nur Konfiguration

Öffentliche TYPO3-Projekte sollten immer dokumentieren:

  • Wer für Barrierefreiheit verantwortlich ist
  • Wer die Barrierefreiheitserklärung pflegt
  • Wer Releases und Inhaltsänderungen freigibt

Dokumentation ist Teil der Compliance.

Barrierefreiheitsprüfungen in Workflows integrieren

vendor/bin/typo3cms install:checkenv

Automatisierte Prüfungen mit manuellen Audits kombinieren. Automatisierung allein reicht unter BITV 2.0 nicht aus.

TYPO3 als Infrastruktur verstehen, nicht als fertiges Produkt

  • Regelmäßige Reviews gemäß rechtlichen Anforderungen
  • Geplante Audits
  • Vorausschauende Upgrades statt reaktiver Fixes

TYPO3 funktioniert am besten als System, nicht als reine Website.

Praktische Erkenntnisse

TYPO3 unterstützt die technischen Anforderungen des öffentlichen Sektors. Compliance, Barrierefreiheit und langfristige Stabilität entstehen jedoch durch Prozesse, Disziplin und klare Zuständigkeiten, nicht allein durch Funktionen.

Wann TYPO3-Implementierungen im öffentlichen Sektor zu komplex werden

Flexibilität kann auch zum Nachteil werden und TYPO3 schwer wartbar machen. Dies betrifft insbesondere Projekte mit langen Laufzeiten und vielen Stakeholdern.

Typische Risikofaktoren sind:

  • Umfangreicher Einsatz von Custom Extensions ohne klare Verantwortung
  • Fehlende Dokumentation komplexer Berechtigungsstrukturen
  • Stark nutzerzentrierte redaktionelle Workflows

Diese Faktoren führen langfristig zu höheren Wartungskosten und verzögerten Updates.

Häufige Fehler in TYPO3-Projekten des öffentlichen Sektors

Die gleichen Probleme treten in öffentlichen Institutionen immer wieder auf.

Zu den häufigsten Fehlern zählen:

  • TYPO3 als einmalige Lieferung statt als langfristiges System zu betrachten
  • Feature-Erweiterungen ohne Prüfung der Compliance-Auswirkungen
  • Fehlende Upgrade-Planung in frühen Projektphasen

Solche Entscheidungen zeigen sich später häufig als Sicherheits-, Barrierefreiheits- oder Budgetprobleme.

Wie sich langfristige Risiken in TYPO3-Umgebungen des öffentlichen Sektors reduzieren lassen

Risikominimierung in TYPO3-Projekten des öffentlichen Sektors ist vor allem eine organisatorische Frage.

Geeignete Maßnahmen sind:

  • Klare Governance-Regeln für Extensions und Integrationen
  • Eindeutig definierte Rollen für Inhalte, Compliance und Wartung
  • Regelmäßige Reviews im Einklang mit TYPO3-LTS-Zyklen

TYPO3 entfaltet seine Stärken, wenn IT-Entscheidungen an den langfristigen Realitäten des öffentlichen Sektors ausgerichtet sind und nicht an kurzfristigem Projektdruck.

Entscheidungsrahmen: Ist TYPO3 das richtige CMS für Ihre Organisation?

Abwägung

TYPO3 ist gut geeignet

TYPO3 ist möglicherweise nicht die richtige Wahl

Organisationstyp

Öffentliche Institutionen, Körperschaften des öffentlichen Rechts, regulierte Unternehmen

Kleine Teams, reine Kampagnen-Websites, temporäre Projekte

Projektlebenszyklus

Langfristige Plattformen mit geplanten Upgrades und Wartung

Kurzlebige Websites ohne langfristige Roadmap

Governance-Anforderungen

Klare Rollen, Berechtigungen und Freigabe-Workflows erforderlich

Informelle oder nicht definierte redaktionelle Prozesse

Compliance-Anforderungen

Barrierefreiheit, DSGVO und Dokumentation sind verpflichtend

Compliance ist minimal oder optional

Hosting und Datenkontrolle

Selbst gehostete Infrastruktur und Datensouveränität erforderlich

Vollständig gemanagte oder reine SaaS-Lösungen bevorzugt

Operative Kapazitäten

Ressourcen für Wartung, Updates und Audits vorhanden

Keine Kapazitäten für laufende technische oder organisatorische Pflege

Interpretation:

TYPO3 ist für Organisationen konzipiert, die Struktur, Kontrolle und langfristige Zuverlässigkeit schätzen. Fehlen diese Voraussetzungen, können die Stärken des Systems zu unnötigem Mehraufwand werden.

Fazit

TYPO3 ist für Organisationen gebaut, die ihre Website als langfristige digitale Infrastruktur verstehen und nicht als temporäres Projekt. In öffentlichen und regulierten Umgebungen hängt der Erfolg weniger von Funktionen ab als von Governance, Compliance-Bereitschaft und operativer Disziplin.

Wenn Sie TYPO3 für eine öffentliche Institution in Betracht ziehen, ist der nächste Schritt kein Redesign, sondern Klarheit: das Verständnis von Barrierefreiheitsrisiken, Compliance-Verpflichtungen und langfristigem Wartungsaufwand vor jeder Entscheidung.

Sie können auf zwei praktische Arten beginnen:

Als TYPO3 Agentur mit Erfahrung in deutschen Projekten des öffentlichen Sektors unterstützt NITSAN Institutionen dabei, Entscheidungen zu treffen, die compliant, realistisch und langfristig tragfähig sind.

FAQs

Ja. TYPO3 wird in deutschen Projekten des öffentlichen Sektors breit eingesetzt, da es strukturierte Governance, rollenbasierte Berechtigungen, langfristige Support-Zyklen und den selbst gehosteten Betrieb unterstützt. Diese Eigenschaften passen gut zu den rechtlichen, organisatorischen und Anforderungen an die Barrierefreiheit in öffentlichen Institutionen.

TYPO3 kann die Einhaltung von BITV 2.0 und WCAG 2.1 Level AA unterstützen, garantiert diese jedoch nicht automatisch. Barrierefreiheit hängt von Templates, Inhalten, redaktionellen Workflows und laufenden Audits ab. TYPO3 stellt die technische Grundlage bereit; die Verantwortung liegt weiterhin bei der Organisation.

TYPO3 folgt planbaren Long Term Support (LTS)-Zyklen. Dadurch können öffentliche Institutionen Upgrades, Budgets und Wartung über mehrere Jahre hinweg planen. Bei entsprechender Planung bleiben TYPO3-Installationen häufig zehn Jahre oder länger im Einsatz.

In den meisten Fällen ja. TYPO3-Projekte im öffentlichen Sektor umfassen Compliance, Barrierefreiheit, Sicherheit und langfristige Wartung. Agenturen mit Erfahrung im öffentlichen Sektor und mit TYPO3 helfen, Risiken zu reduzieren und sicherzustellen, dass rechtliche und organisatorische Anforderungen von Beginn an erfüllt werden.

TYPO3 ist nicht „offiziell empfohlen“ oder als einzig verpflichtendes CMS festgelegt, bildet jedoch die Grundlage des föderalen Government Site Builders und ist bei vielen deutschen Behörden weit verbreitet. Dadurch gilt es in vielen Umgebungen des öffentlichen Sektors faktisch als Standard.

Ein CMS muss Templates und Workflows unterstützen, die WCAG-2.1-AA-konforme Ausgaben gemäß EN 301 549 und BITV 2.0 ermöglichen. Dazu zählen barrierefreie Navigation, Formulare und Dokumente sowie die Kompatibilität mit assistiven Technologien.

Typische TYPO3-LTS-Upgrades für Websites des öffentlichen Sektors dauern je nach Projektgröße, Custom Extensions sowie Test- und Freigabezyklen einige Wochen bis mehrere Monate.

Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Zertifizierung. Agenturen, die mit öffentlichen Institutionen arbeiten, sollten jedoch in der Regel TYPO3 CMS Certified Developers, Integrators und Consultants stellen und ihre Expertise in den Bereichen Barrierefreiheit und Sicherheit im Kontext von BITV und DSGVO nachweisen können.

Ansprechpartner für Internetagentur und TYPO3 Projekte

Sven Thelemann

Servicepartner - Deutschland

Sven Thelemann

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