BITV 2.0 und WCAG: Das deutsche Gesetz zur Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist kein neues Konzept. Ihre Bedeutung ist weithin anerkannt.

BITV 2.0 und WCAG: Das deutsche Gesetz zur Barrierefreiheit

Was häufig unklar ist, ist die Art und Weise, wie Barrierefreiheit in Deutschland praktiziert wird. Die BITV 2.0 ist kein Satz von Empfehlungen oder Richtlinien. Sie ist ein rechtlicher Standard, der auf den WCAG basiert, aber durch die deutsche Rechtsprechung umgesetzt wird.

WCAG und BITV 2.0 sind miteinander verknüpft, aber sie sind unterschiedlich:

  • WCAG gibt an, wie Barrierefreiheit erreicht werden kann
  • BITV 2.0 gibt an, wer folgen muss, was erforderlich ist und wie die Einhaltung überwacht wird

Diese Unterscheidung ist entscheidend für öffentliche Institutionen, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, die in regulierten Umfeldern arbeiten.

Die folgenden Punkte sind die Hauptinhalte des Artikels:

  • Wie sich die BITV 2.0 von den WCAG unterscheidet
  • Was das Gesetz in Deutschland erfordert
  • Wer jetzt zur Einhaltung verpflichtet ist und wer als Nächstes betroffen sein wird

Keine Theorie. Nur die Fakten, die notwendig sind, um die Einhaltung und Verantwortung zu bewerten.

Was ist die BITV 2.0? Das deutsche Barrierefreiheitsgesetz

BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) ist das deutsche Gesetz zur digitalen Barrierefreiheit, das rechtsverbindlich ist. Es legt die Anforderungen für die Gestaltung von Websites, mobilen Apps und digitalen Dokumenten fest, sodass Menschen mit Behinderungen problemlos darauf zugreifen können.

Die BITV 2.0 legt den WCAG 2.1 Level AA als ihren Basisstandard fest. Die technischen Spezifikationen werden aus den WCAG abgeleitet, aber die BITV 2.0 legalisiert sie als Verpflichtungen nach deutschem Recht. Darüber hinaus führt sie eine formelle Dimension des Gesetzes mit Anforderungen wie Barrierefreiheits-Erklärungen und Feedback-Systemen ein.

Die Verordnung basiert auf dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und gilt nur für den öffentlichen Sektor, einschließlich Ministerien, Kommunen und Universitäten sowie anderer öffentlicher Institutionen.

Die Regelung für private Unternehmen ist jedoch weniger streng geworden.

Das Gesetz zur Verstärkung der Barrierefreiheit (BFSG) hat die Anforderungen an die Barrierefreiheit auf viele digitale Dienste ausgeweitet, die Verbraucher ab 2025 und darüber hinaus ansprechen, insbesondere in den Bereichen Bankwesen, E-Commerce und Transport.

Wer muss die BITV 2.0 in Deutschland einhalten

Die BITV 2.0 ist in Deutschland rechtsverbindlich, aber ihr Geltungsbereich ist klar definiert.

Öffentliche Stellen sind verpflichtet, die BITV 2.0 einzuhalten.

Die Einhaltung der Vorschriften durch die Behörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ist in dieser Anforderung enthalten, ebenso wie die Institutionen des öffentlichen Rechts. Ministerien, Stadtverwaltungen, Universitäten und öffentliche Sektorinstitutionen sind die häufigsten Beispiele.

Die BITV 2.0-Vorgaben sollten für ihre Websites, mobilen Apps und digitalen Dokumente beachtet werden.

Organisationen, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen, können ebenfalls betroffen sein.

Eine Organisation kann als eine solche betrachtet werden, wenn sie im Auftrag einer öffentlichen Stelle handelt oder öffentliche Mittel erhält, und ihre rechtliche Rolle und Verantwortung bestimmen, ob Barrierefreiheitsverpflichtungen auf sie zutreffen.

Private Unternehmen sind zunehmend durch verwandte Gesetzgebungen betroffen.

Die BITV 2.0 konzentriert sich weiterhin auf öffentliche Institutionen, während das Gesetz zur Verstärkung der Barrierefreiheit hinzufügt, dass ab 2025 auch der private Sektor, der Dienstleistungen wie E-Commerce, Bankwesen, Transport und digitale Verbraucherdienste anbietet, unter die neuen Barrierefreiheitsanforderungen fällt.

In Deutschland variieren die Barrierefreiheitsverpflichtungen von Organisationen je nach ihrem rechtlichen Status, dem Umfang der angebotenen Dienstleistungen und dem Sektor, in dem sie tätig sind. Es ist sehr wichtig, dies frühzeitig zu klären, bevor technische oder organisatorische Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Was ist WCAG?

Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) sind der weltweit anerkannte technische Standard für barrierefreie digitale Dienstleistungen. Sie legen die Anforderungen an die Barrierefreiheit von Websites, Apps und digitalen Inhalten für Menschen mit Behinderungen fest.

Das W3C oder das World Wide Web Consortium ist die Organisation, die hinter der Entwicklung der WCAG steht, und der Standard gilt als die technische Grundlage der Barrierefreiheitsgesetze weltweit, einschließlich Deutschland.

Derzeit sind die relevantesten Versionen die WCAG 2.0 und WCAG 2.1, die auf vier grundlegenden Prinzipien ("POUR") basieren:

  • Wahrnehmbar: Nichts sollte Nutzer daran hindern, den Inhalt zu sehen, zu hören oder alternative Darstellungen des Inhalts zu erhalten
  • Bedienbar: Die Schnittstelle sollte über die Tastatur und Hilfstechnologien zugänglich sein
  • Verstehbar: Die Informationen und die Benutzerinteraktion sollten einfach und vorhersehbar sein
  • Robust: Der Inhalt sollte auf allen Browsern, Geräten und Hilfstechnologien gleichermaßen gut und benutzbar sein

Es gibt drei Konformitätsstufen in den WCAG:

  • Level A - Mindestanforderungen an die Barrierefreiheit
  • Level AA - Der gesetzlich akzeptierte Standard in Deutschland
  • Level AAA - Barrierefreiheit stark verbessert, aber nicht gesetzlich erforderlich

Für Deutschland ist WCAG 2.1 Level AA der praktische und rechtliche Standard.

Es ist das Niveau der Barrierefreiheit, das die Nutzer einbezieht und gleichzeitig nicht über das hinausgeht, was vernünftig ist. Dies ist das Niveau, das von der BITV 2.0 und den damit verbundenen Vorschriften zitiert wird.

BITV 2.0, WCAG und BFSG - Vergleich nebeneinander

Eine Gegenüberstellung von WCAG, BITV 2.0 und dem BFSG hilft dabei, zu verdeutlichen, wie globale Richtlinien, deutsche Vorschriften für den öffentlichen Sektor und das Gesetz für den privaten Sektor ab 2025 zusammenpassen, wer was tun muss, bis wann und auf welcher technischen Grundlage.

Aspekt

WCAG

BITV 2.0

BFSG

Zweck

Technische Barrierefreiheitsrichtlinien

Deutsche Verordnung zur Umsetzung der Barrierefreiheit

Deutsches Gesetz zur Ausweitung der Barrierefreiheit auf den privaten Sektor

Ursprung

Entwickelt vom W3C (internationaler Standard)

Deutsche Verordnung nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Deutsches Bundesgesetz

Rechtlicher Status

Keine Gesetzgebung

Rechtsverbindlich in Deutschland

Rechtsverbindlich in Deutschland

Hauptrolle

Definiert, wie Barrierefreiheit erreicht wird

Definiert, wer im öffentlichen Sektor einhalten muss

Definiert, wer im privaten Sektor einhalten muss

Technische Grundlage

WCAG-Erfolgskriterien

WCAG 2.1 Level AA

WCAG-basierte Anforderungen

Struktur

4 Prinzipien (POUR), Richtlinien, Erfolgskriterien

Basierend auf WCAG, strukturiert durch verpflichtende und empfohlene Prioritäten

Verweist auf Barrierefreiheitsanforderungen für definierte Dienstleistungen

Konformitätsstufen

A, AA, AAA

WCAG 2.1 Level AA als gesetzliches Minimum

WCAG-basierte Anforderungen je nach Dienstleistung

Barrierefreiheits­erklärung

Nicht erforderlich

Pflicht für Websites und Apps des öffentlichen Sektors

Erforderlich unter den geltenden Verbraucherschutzvorschriften

Feedbackmechanismus

Nicht Teil des Standards

Pflicht gemäß BITV 2.0 und EU-Richtlinie 2016/2102

Erforderlich als Teil des Verbraucherschutzes

Einfache / verständliche Sprache

Nicht ausdrücklich erforderlich

Stark empfohlen, besonders für kognitive Barrierefreiheit

Relevant je nach Dienstleistungsumfang

Anwendungsbereich

Global beste Praxis

Öffentliche Stellen und Einrichtungen des öffentlichen Rechts

Private Unternehmen, die verbraucherorientierte digitale Dienste anbieten

Durchsetzung

Keine direkte Durchsetzung

Überwachung durch Bundes- und Landesbehörden

Durch Marktüberwachung und Verbraucherschutz

Wirkungszeitraum

Laufender Standard

In Kraft

Ab 2025 anwendbar

Praktische Interpretation:

Die WCAG definiert die technischen Barrierefreiheitsstandards. Die BITV 2.0 und das BFSG übersetzen diese Standards in rechtlich durchsetzbare Verpflichtungen in Deutschland, abhängig davon, ob eine Organisation im öffentlichen oder privaten Sektor tätig ist.

Wie die Einhaltung in Deutschland geprüft wird

Die Barrierefreiheitskonformität gemäß BITV 2.0 wird auf formelle Weise überwacht und dokumentiert. Websites und Apps im öffentlichen Sektor unterliegen den Überprüfungen durch die zugewiesenen Überwachungsstellen auf Bundes und Landesebene.

Dieser Prozess basiert auf der EU-Richtlinie 2016/2102, die vorschreibt, dass der Barrierefreiheitsstatus öffentlicher digitaler Dienste regelmäßig gemeldet werden muss.

Wie Audits durchgeführt werden

Der Prozess der Konformitätsprüfung besteht aus einer mehrschichtigen Methode:

  • Automatisierte Tests: Dies ist die Methode, um technische Probleme wie das Fehlen von Alternativtexten, Kontrastfehler oder falsche HTML-Struktur zu erkennen.
  • Manuelle Tests: Dieser Schritt ist entscheidend, um die Tastaturnavigation, das Handling des Fokus, die Formulargültigkeit und die logische Reihenfolge des Inhalts zu bewerten, bei denen Automatisierung keine zuverlässigen Ergebnisse liefern kann.
  • Benutzergestützte Tests: In vielen Fällen umfasst die Bewertung auch Menschen mit Behinderungen, um die Usability aus einer realen Perspektive zu prüfen und auch die Barrieren zu identifizieren, die in der Praxis bestehen.

Welche Kriterien für die Bewertung angewendet werden

Alle Prüfungen werden unter Berücksichtigung des WCAG 2.1 Level AA Standards durchgeführt, der der gesetzlich geforderte Standard gemäß BITV 2.0 ist.

Allein die Verwendung automatisierter Tools ist nicht ausreichend. Eine manuelle Validierung und Dokumentation ist notwendig, um die Einhaltung zu beweisen.

Wie Barrierefreiheit in Deutschland durchgesetzt und überwacht wird

Die Barrierefreiheitskonformität gemäß BITV 2.0 basiert nicht nur auf Selbstdeklarationen. In Deutschland erfolgt eine kontinuierliche Überwachung der Einhaltung.

Die Websites und Anwendungen des öffentlichen Sektors unterziehen sich regelmäßig den Überwachungsverfahren, die sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene koordiniert werden. Die Überprüfungen orientieren sich an der EU-Richtlinie 2016/2102 und werden gemäß einem festgelegten Evaluierungsrahmen durchgeführt.

Die Überwachung umfasst in der Regel:

  • Automatisierte Tests als Mittel zur Entdeckung technologischer Mängel
  • Manuelle Überprüfungen mit Fokus auf die Bewertung der Hierarchie, Navigation und der gesamten Benutzererfahrung
  • Benutzergestützte Tests, bei denen oft Menschen mit Behinderungen einbezogen werden

Jede einzelne Überprüfung misst die Einhaltung des WCAG 2.1 Level AA, welcher der von BITV 2.0 geforderte Standard ist.

Die Situation wird dokumentiert und der Bericht wird erstellt. Im Fall von Barrierefreiheitsproblemen müssen diese von der betroffenen Organisation innerhalb einer angemessenen Frist behoben werden.

Das Ergebnis der Überwachung kann auch die Notwendigkeit zukünftiger Audits oder die Anwendung formeller Verfahren beeinflussen. Für den öffentlichen Sektor ist Barrierefreiheit also keine einmalige Aufgabe, sondern eine fortlaufende Pflicht, die langfristig aufgezeichnet und bewahrt werden muss.

Was sind die Konsequenzen, wenn Sie nicht konform sind?

Falls Ihre Website oder Anwendung die Anforderungen nicht erfüllt, muss die Organisation mit den folgenden möglichen Konsequenzen rechnen:

  • Benutzerfeedback: Jeder kann eine Beschwerde über das Feedbacksystem einreichen – und die Organisation muss darauf antworten.
  • Rechtliche Schritte: Wenn die Angelegenheit nicht geklärt wird, kann sie an eine Schlichtungsstelle oder eine Regulierungsbehörde weitergegeben werden.
  • Öffentliche Bekanntmachung: Die Barrierefreiheits-Erklärung muss für die Öffentlichkeit leicht zugänglich und aktuell sein. Fehlt die Barrierefreiheit, ist dies für alle bekannt – auch für die Überwachungsstellen.
  • Schaden an der Reputation: Die Inaccessibilität öffentlicher Institutionen impliziert, dass bestimmte Bürger nicht berücksichtigt werden. Es ist eine Quelle für den Verlust von Vertrauen und Reputation für Unternehmen.
  • Benutzerbeschwerden und Feedback-Verfahren: Jede Person kann über das verpflichtende Feedbackmechanismus auf Barrieren hinweisen. Organisationen sind verpflichtet, innerhalb der festgelegten Zeitintervalle zu antworten.
  • Formelle Überprüfung und Eskalation: Wenn weiterhin Schwierigkeiten bestehen, kann die Angelegenheit an Schlichtungsstellen oder Aufsichtsbehörden weitergeleitet werden. Diese Behörden können dann eine neue Überprüfungs- oder Durchsetzungsrunde einleiten.
  • Öffentliche Sichtbarkeit der Nicht-Compliance: Barrierefreiheits-Erklärungen müssen öffentlich gemacht und regelmäßig aktualisiert werden. Die Nutzer, die Überwachungsstellen und die Aufsichtsbehörden können die identifizierten Barrierefreiheitslücken sehen.
  • Auswirkungen auf Reputation und Vertrauen: Barrierefreiheitsprobleme bei öffentlichen Stellen schaffen ein Defizit an öffentlichem Vertrauen und eine Wahrnehmung von Inklusivität. Für private Unternehmen könnten diese Probleme zum Verlust von Glaubwürdigkeit, Kundenvertrauen und rechtlicher Sicherheit führen.

Praktische Schritte zur Einhaltung der Richtlinien

Die Einhaltung der BITV 2.0 wird nicht durch eine einmalige Prüfung erreicht. Es erfordert strukturierte Tests, klare Dokumentation und fortlaufende Verantwortung.

1. Führen Sie Barrierefreiheits-Tests durch

Zu Beginn sollten eine Mischung aus automatisierten und manuellen Tests durchgeführt werden.

  • Nutzen Sie Tools wie den TYPO3 Barrierefreiheit testen, um technische Probleme zu erkennen.
  • Validieren Sie die Ergebnisse manuell, um die Tastaturnutzung, die Fokusreihenfolge und die Usability zu prüfen.
  • Binden Sie, wenn möglich, reale Nutzer ein, um praktische Barrieren zu identifizieren.

Obwohl automatisierte Tools den Prozess unterstützen, können sie immer noch nicht die manuelle Validierung ersetzen.

Scannen TYPO3 Website in Sekundenschnelle auf Barrierefreiheit

Bitte geben Sie eine gültige URL ein. (z.B. https://example.com)
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
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2. Priorisieren Sie die Behebung der Probleme, die den Zugang verhindern

Konzentrieren Sie sich auf die Probleme, die den Nutzern den Zugang zu den Kernfunktionen und Inhalten einschränken, wie:

  • Fehlende oder falsche Alternativtexte
  • Niedriger Farbkontrast
  • Tastaturfallen
  • Verwirrende oder defekte Navigation

Wenn die Nutzer nicht auf wichtige Inhalte zugreifen können, wird die Einhaltung nicht erfüllt.

3. Erstellen Sie eine öffentliche Barrierefreiheits-Erklärung

BITV 2.0 verlangt eine öffentliche Barrierefreiheits-Erklärung.

Diese muss die folgenden Punkte klar angeben:

  • Aktueller Compliance-Status
  • Bekannte Barrieren
  • Kontakt und Feedbackmöglichkeiten

Die Erklärung muss regelmäßig aktualisiert werden.

4. Erlauben Sie Benutzer-Feedback

Ein Feedbackmechanismus ist ein Muss. Nutzer sollten eine einfache Möglichkeit haben, Barrieren zu melden.

Das Nicht-Reagieren oder Nicht-Handeln auf das Feedback könnte zu formellen Beschwerden oder Eskalationen führen.

5. Barrierefreiheit muss in die täglichen Arbeitsabläufe integriert werden

Barrierefreiheit sollte Teil von:

  • Designentscheidungen
  • Inhaltserstellung
  • Entwicklung und QA

Schulen Sie das Personal und dokumentieren Sie Verantwortlichkeiten, um langfristige Compliance zu sichern und nicht nur einmalige Korrekturen vorzunehmen.

Was BITV 2.0 und WCAG in der Praxis in Deutschland bedeuten

WCAG definiert die technischen Barrierefreiheitskriterien. Sie erklärt, wie digitale Inhalte gestaltet sein müssen, damit sie von Menschen mit Behinderungen genutzt werden können. WCAG ist für sich genommen kein Gesetz.

BITV 2.0 ist der rechtliche Rahmen in Deutschland, der die WCAG-Anforderungen für definierte Organisationen verbindlich macht. Es fügt formelle Pflichten wie Barrierefreiheits-Erklärungen, Feedbackmechanismen und dokumentierte Konformität hinzu.

Was das für Organisationen in Deutschland bedeutet

  • Die Einhaltung der WCAG ist notwendig, aber nicht ausreichend für die rechtliche Konformität.
  • BITV 2.0 bestimmt, ob die Einhaltung verpflichtend ist, wie sie bewertet wird und was passiert, wenn Lücken bestehen.
  • Die rechtliche Verantwortung hängt ab von:
    • Organisatorischer Rolle
    • Sektor (öffentlich oder privat)
    • Art des angebotenen digitalen Dienstes

Kurz gesagt, WCAG erklärt, wie barrierefreie Systeme gebaut werden. BITV 2.0 definiert, wer sich an die Vorschriften halten muss und wie Barrierefreiheit in Deutschland durchgesetzt wird.

Fazit

BITV 2.0 und WCAG 2.1 verfolgen ein gemeinsames Ziel: Digitale Angebote für alle Menschen zugänglich zu machen.

Aber dabei geht es nicht nur um das Abhaken einer rechtlichen Checkliste. Es geht darum, digitale Systeme zu schaffen, die alle Menschen einbeziehen und respektieren – unabhängig von ihren Fähigkeiten.

Wenn Sie verstehen, wie BITV auf WCAG aufbaut, können Sie sicherstellen, dass Ihre Umsetzung über das gesetzliche Minimum hinausgeht. Ziel ist es, digitale Umgebungen zu schaffen, die funktional, inklusiv und zukunftsfähig sind.

Barrierefreiheit ist keine Zusatzaufgabe. Sie ist einfach gute Arbeit.

Beginnen Sie mit einem Barrierefreiheits-Audit. Erfahren Sie mehr über BITV 2.0 und Ihre Verantwortlichkeiten, und beziehen Sie Ihr Team mit ein. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, unsere TYPO3 AgenturNITSAN berät Sie gerne.

Für weitere praktische Tipps und Einblicke rund um digitale Barrierefreiheit und gesetzliche Anforderungen, besuchen Sie unseren Blog: Barrierefreie Website mit TYPO3 Barrierefreiheit!

FAQs

Nein. WCAG definiert die technischen Barrierefreiheitskriterien, aber BITV 2.0 fügt rechtliche Verpflichtungen hinzu. Dazu gehören Barrierefreiheits-Erklärungen, Feedbackmechanismen und formelle Überwachung. Die WCAG-Konformität ist notwendig, bedeutet aber nicht automatisch die rechtliche Konformität in Deutschland.

Die BITV 2.0 gilt hauptsächlich für öffentliche Stellen, wie Ministerien, Kommunen, Universitäten und öffentliche Institutionen. Organisationen, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen, können ebenfalls betroffen sein, je nach ihrer rechtlichen Rolle und Verantwortung.

Indirekt ja. Während die BITV 2.0 auf öffentliche Stellen abzielt, sind private Unternehmen durch das Gesetz zur Verstärkung der Barrierefreiheit (BFSG) betroffen. Ab 2025 müssen viele verbraucherorientierte digitale Dienstleistungen Barrierefreiheitsanforderungen erfüllen.

Der gesetzliche Maßstab ist WCAG 2.1 Level AA. Dieses Niveau wird von BITV 2.0 und den damit verbundenen deutschen und EU-Vorschriften zitiert. Level AAA ist gesetzlich nicht allgemein erforderlich.

Die Einhaltung wird durch automatisierte Tests, manuelle Audits und benutzergestützte Tests überwacht. Die Überprüfungen werden von Bundes- und Landesüberwachungsstellen koordiniert und bewerten die Einhaltung von WCAG 2.1 Level AA.

Nutzer können formelle Beschwerden über die obligatorischen Feedbackmechanismen einreichen. Ungeklärte Probleme können zu Schlichtungsverfahren oder Aufsichtsprüfungen führen. Die Nicht-Konformität ist öffentlich sichtbar und kann die rechtliche Sicherheit und das Vertrauen beeinträchtigen.

Stefan

Contact for SMEs, government organizations and BITV 2.0

Stefan Reinhardt

Service Partner - Germany

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