Gebärdensprachdolmetscher – Barrierefreiheit Glossar
Was machen Gebärdensprachdolmetscher?
Gebärdensprachdolmetscher sind Fachleute, die zwischen hörenden und gehörlosen Menschen vermitteln. Sie übersetzen nicht nur die Sprache, sondern auch Inhalte, Emotionen und kulturelle Unterschiede, von der Lautsprache in die Gebärdensprache und umgekehrt.
Sie beherrschen sowohl die Deutsche Gebärdensprache (DGS) als auch die gesprochene deutsche Sprache auf hohem Niveau. Dabei übernehmen sie eine wichtige Brückenfunktion in der barrierefreien Kommunikation.
Typische Einsatzbereiche:
Gebärdensprachdolmetscher sind in vielen Bereichen unverzichtbar:
- Krankenhäuser und Arztpraxen
- Bildungseinrichtungen
- Gerichte und Behörden
- Konferenzen, Veranstaltungen und Medienübertragungen
Bedeutung für die Barrierefreiheit:
Gebärdensprachdolmetscher sorgen dafür, dass gehörlose Menschen gleichberechtigt Informationen erhalten und kommunizieren können.
Ihr Einsatz wird durch gesetzliche Vorgaben unterstützt, z. B. das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und internationale Übereinkommen wie die UN-Behindertenrechtskonvention.
Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher übertragen zwischen Deutscher Gebärdensprache und gesprochenem Deutsch – simultan oder zeitversetzt. Sie sind in der Regel staatlich geprüft oder haben ein einschlägiges Studium absolviert und unterliegen einer Schweigepflicht. Ihr Einsatz ist bei Arztterminen, Behördengängen, Schulungen und Veranstaltungen üblich.
Rechtlich haben gehörlose Menschen in vielen Situationen Anspruch auf Kostenübernahme, etwa im Gesundheitswesen oder bei Verwaltungsverfahren. Veranstalter sollten Dolmetschende früh anfragen und sie mit Unterlagen vorab versorgen, damit Fachbegriffe vorbereitet werden können. Bei längeren Terminen werden meist zwei Personen eingesetzt, die sich abwechseln.
Auch online werden Dolmetscherdienste wichtiger: Bei Webinaren und Livestreams sollte das Dolmetschbild gut sichtbar eingeblendet werden, am besten in einem eigenen festen Bereich neben der Präsentation. So ermöglichen Sie gehörlosen Gästen die gleichberechtigte Teilnahme an Ihren digitalen Angeboten.
Wichtig ist außerdem, Gehörlose nicht nur als Publikum zu sehen: Wer Referentinnen und Referenten mit Gebärdensprache einplant oder gehörlose Mitarbeitende einbindet, braucht ebenfalls Dolmetschende. Klären Sie Kosten, Zuständigkeiten und Ansprechpersonen am besten schon in der Planungsphase einer Veranstaltung, nicht erst kurz vorher.
Prüfen Sie bei der Auswahl, ob die Person Erfahrung im jeweiligen Fachgebiet hat, etwa Medizin, Recht oder Technik. Gute Dolmetschende bereiten sich vor und fragen bei Unklarheiten nach.
Kurz gesagt: Gebärdensprachdolmetscher: Digitale Barrierefreiheit.
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